Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V.

 

 

 

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166 Fischerboote für Myanmar

Ein kurzer Bericht von Jürgen Müller-Neuendorf (MHW) aus Myanmar im Februar/März 2011:

„Ohne das unglaubliche Engagement und die Koordination vor Ort durch den Präsidenten der Myanmar Chefs Association (MCA), Herrn Oliver E. Soe Thet und seiner Frau Ma Khin Khet Khet Khine wäre all dies nicht möglich gewesen.

So mussten Bootsbauer aus dem Süden des Landes organisiert sowie auf die im Rakhine State liegende Insel Myebon gebracht werden, um dort beginnend ab Dezember 2010 die in Auftrag gegebenen 166 Fischerboote zu zimmern. - Das waren gerade einmal gut 10% der im Oktober 2010 zerstörten Boote.

Für uns Ausländer musste - trotz gültigem Visum für Myanmar - noch eine Sondergenehmigung eingeholt werden, damit wir einen Fuß auf diese abgelegene Insel setzen durften. Die Anreise erfolgte von München aus via Bangkok nach Yangon. Von dort aus ging es am nächsten Tag mit dem Flugzeug weiter nach Sittwe (ca. 90 km von der Grenze zu Bangladesh entfernt), um am darauffolgenden Tag mit einem eigens gecharterten Speedboot ca. 70 km über das offene Meer zu fahren.

Vorbei an zahlreichen durch den Zyklon verwüsteten Inseln erreichten wir nach "nur" 4 1/2 Stunden die Insel "Mybon". Mit einem anderen Boot hätte die Überfahrt rund 20 Stunden gedauert. Aber die Strapazen der langen An-/Abreise haben sich gelohnt. Das konnten wir den Gesichtern und Reaktionen der uns erwartenden Fischer entnehmen.

Am Ende der 13 stündigen Rückreise (Sittwe-Kyaukpyu-Tounguk-Thandwe) erwartete uns noch eine mit dem Auto zurückzulegende Strecke von nur 44 Meilen; auf Asphalt. Für diese haben wir dann sagenhafte 3,5 Stunden benötigt. Aber nicht weil dort viel Verkehr gewesen wäre. - Nein, die Straßen sowie die kurzen Off-Road Abschnitte waren mit riesigen Schlaglöchern nur so gespickt. Als wir am Ende durchgeschüttelt endlich das Auto verlassen wollten, war die Schiebetür so verzogen, dass sie sich nicht mehr öffnen ließ. Erst ein heftiger Tritt gegen die Heckklappe des Minibusses erlaubte uns das Aussteigen über den Umweg Kofferraum und das Abduschen von mehreren Zentimetern angesetztem Staub, der ins Fahrzeuginnere gedrungen war.“

Seit der Zyklonkatastrophe 2008 durch Zyklon Nargis unterstützt das MHW einheimische Familien im Katastrophenhilfsprojekt „Boote für Myanmar“ durch den Bau von Fischerbooten und Netzen, damit sich die Menschen vor Ort wieder selbst versorgen können. Im Oktober 2010 wurde Myanmar wieder von einem heftigen Sturm heimgesucht, der enorme Schäden in der Küstenregion verursachte.

 

Stichwort: „Boote für Myanmar“ - Spendenkonto 2233 - Bank für Sozialwirtschaft 700 205 00